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GmbH light stößt scheinbar auf großes Interesse

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Seit Anfang Juli soll die neue Firmenkonstruktion GmbH light Unternehmern die Firmengründung erleichtern, indem weniger Stammkapital aufgebracht werden muss. Die Wirtschaftskammer spricht von einem regen Interesse an der GmbH light, warnt aber vor zu viel Euphorie.

Wer 10.000 Euro mitbringt, kann seit 1. Juli eine sogenannte GmbH light gründen. Für eine normale GmbH müssen Firmengründer weiterhin mehr als dreimal so viel, nämlich 35.000 Euro, vorlegen. Für angehende Unternehmer scheint das verlockend zu klingen, beobachtet Peter Kober vom Gründerservice der Wirtschaftskammer Salzburg: „Bereits drei bis vier von zehn Interessenten nehmen jetzt schon die GmbH light mit in das Beratungsgespräch und sprechen uns darauf an. Das ist schon ganz deutlich in den Köpfen drinnen.“

Kein einfacheres Wirtschaften

Der Experte warnt aber vor einem Schnellschuss. Denn GmbH light heißt nicht gleich einfacheres Wirtschaften: „Es hat sich mit der GmbH light nichts an der Tatsache geändert, dass der Geschäftsführer haftet, und es hat sich auch nichts an der Steuersituation geändert. Die Körperschaftssteuer rechnet sich einfach erst ab Jahresgewinnen von 80.000 bis 120.000 Euro. Das übersehen sehr viele.“

Die Light-Version erleichtere also nur jenen den Unternehmensstart, die grundsätzlich auch für eine GmbH reif seien, ergänzt Peter Kober: „Weniger Sinn macht sie bei sehr klein strukturierten Unternehmen. Da hat die GmbH bis jetzt keinen Sinn gehabt und wird auch in der Light-Version noch nicht das Nonplusultra sein.“

Umfassende Beratung sei deshalb das Um und Auf, appelliert der Wirtschaftsexperte an angehende Unternehmer. Die falsche Wahl der Unternehmensform soll ja schließlich nicht in einer Insolvenz enden.
Quelle: orf.at

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