Checkliste: GmbH gründen in Österreich
Der Notartermin dauert eine Stunde, wenn alles feststeht — und drei Wochen, wenn im Termin noch entschieden wird.
Diese Seite listet auf, was vorher beisammen sein sollte. Wie eine Gründung danach abläuft, steht auf der Seite zum Ablauf.
Stand: 17. August 2026
Sechs Entscheidungen, die vorher fallen müssen
| Frage | Woran es hängt |
|---|---|
| Wie soll die Gesellschaft heißen? | Der Name muss sich von bestehenden Firmen unterscheiden und darf nicht irreführen. Ob er frei ist, lässt sich vorher prüfen |
| Was ist der Unternehmensgegenstand? | Er steht im Gesellschaftsvertrag und im Firmenbuch. Zu eng gefasst, muss er später geändert werden |
| Welche Gewerbe werden ausgeübt, und wer ist gewerberechtlicher Geschäftsführer? | Bei reglementierten Gewerben braucht diese Person einen Befähigungsnachweis |
| Wie hoch ist das Stammkapital? | Mindestens 10.000 Euro, seit 1. Januar 2024. Mehr ist möglich und wirkt auf die Mindestkörperschaftsteuer |
| Werden Sachwerte eingebracht? | Eine Sacheinlage — etwa ein Fahrzeug — verlangt eine Bewertung und verlängert den Vorgang |
| Wer sind die Gesellschafter, und wie hoch sind ihre Einlagen? | Daran hängen Stimmrechte und Gewinnverteilung |
Das Stammkapital ist keine Gebühr. Es bleibt Vermögen der Gesellschaft und steht ihr für den Betrieb zur Verfügung — es ist eine Einlage, kein Aufwand.
Was mitzubringen ist
- Von jeder beteiligten Person: ein amtlicher Lichtbildausweis, die Wohnanschrift, das Geburtsdatum und die Staatsbürgerschaft.
- Für den gewerberechtlichen Geschäftsführer: der Befähigungsnachweis, wenn das Gewerbe reglementiert ist.
- Bei einer Sacheinlage: Unterlagen, aus denen sich der Wert ergibt.
- Für die Bank: die Bestätigung über die eingezahlte Einlage. Sie wird für die Anmeldung gebraucht.
Wer aus dem Ausland gründet, sollte damit rechnen, dass Unterlagen beglaubigt und gegebenenfalls mit einer Apostille versehen werden müssen. Das kostet Zeit und gehört früh angestoßen.
Was im Gesellschaftsvertrag zu regeln ist
Der Vertrag entsteht beim Notar, aber die Entscheidungen darin gehören vorher besprochen — im Termin selbst ist dafür der falsche Ort.
| Punkt | Warum er später schwer zu ändern ist |
|---|---|
| Geschäftsführung und Vertretungsbefugnis | Wer allein zeichnet und wer nur gemeinsam, wirkt auf jedes Geschäft |
| Gewinnverteilung | Eine Abweichung von den Beteiligungsverhältnissen muss dort stehen |
| Übertragung von Anteilen | Ohne Regelung gilt das Gesetz, und das passt selten zur Absicht |
| Ausscheiden eines Gesellschafters | Was dann mit dem Anteil geschieht und wie er bewertet wird |
| Prokura und Vollmachten | Wer über die Geschäftsführung hinaus vertreten darf |
Jede spätere Änderung dieser Punkte braucht wieder einen Notar und eine Eintragung. Das ist der Grund, aus dem sich Nachdenken vorher lohnt.
Was für die GmbH spricht und was dagegen
| Dafür | Dagegen |
|---|---|
| Die Gesellschafter haften nur mit ihrer Einlage | Der Geschäftsführer haftet unter Umständen persönlich für Abgaben |
| Die Rechtsform ist im Geschäftsverkehr bekannt und anerkannt | Doppelte Buchführung und Bilanz statt Einnahmen-Ausgaben-Rechnung |
| Anteile und Geschäftsführung lassen sich frei zuschneiden | Jede Änderung daran braucht einen Notar |
| Fester Körperschaftsteuersatz statt steigendem Tarif | Mindestkörperschaftsteuer von 500 Euro im Jahr, auch ohne Gewinn |
| Der Jahresabschluss macht das Unternehmen für Partner einschätzbar | Derselbe Abschluss ist öffentlich einsehbar |
Was das steuerlich bedeutet, steht auf der Seite zum Steuersystem; die Haftung des Geschäftsführers behandelt eine eigene Seite, die Veröffentlichung des Abschlusses ebenfalls.
Was wir dabei tun und was nicht
Wir bereiten die Gründung vor, stellen den Kontakt zum Notar her, kümmern uns um Firmenbuch, Gewerbeanmeldung und steuerliche Anmeldung und übernehmen die laufende Verwaltung. Was das kostet, steht auf der Preisseite. Geht es schnell, kommt auch eine Vorratsgesellschaft in Frage.
Die Beurkundung nimmt ein Notar vor, die rechtliche und steuerliche Beurteilung ein Rechtsanwalt oder Steuerberater. Bei österreichischen Rechtsformen beauftragen Sie diese selbst und rechnen direkt mit ihnen ab.