Steueroase Irland lädt zum Sparen ein

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Steueroase Irland bietet mit 12,5% einen der niedrigsten Körperschaftssteuersätze in EU. Dieser Satz gilt für inländische und ausländische Unternehmen.

Nicht nur superreiche Privatpersonen flüchten mit ihrem Geld vor den nationalen Steuerbehörden. Auch multinational aufgestellte Unternehmungen wie Apple und Google nutzen gerne die Schlupflöcher und drücken so ihre Steuerlast nach unten.

Auch die EU leistet sich einige Steueroasen, zum Beispiel Irland. Der Bankkaufmann Hans-Lothar Merten erklärt in seinem Buch „Steueroasen – Ausgabe 2013“ die Steuertricks der Konzerne, die harmlose Namen wie „Double Irish“ und „Dutch Sandwich“ tragen.

Beispiel: Das Prinzip Double Irish With a Dutch Sandwich ist eine Strategie zur Steuervermeidung von Steuerzahlungen multinationaler Konzerne und damit zur Reduktion ihrer Steuerpflicht. Die Grundidee ist es, durch künstliche Buchungen innerhalb des Konzerns Gewinn von Ländern mit hohen Steuersätzen in Länder mit geringen Steuersätzen zu transferieren. Besonders Technologieunternehmen verwenden diesen Trick, um mit Hilfe von Lizenzzahlungen für Geistiges Eigentum Gewinn in anderen Länder zu verbuchen. So vermied Google im Jahr 2011 Steuerzahlungen in Höhe von 2 Mrd. Dollar (1,5 Mrd. Euro).

Durch die direkte Überweisung aus Irland an ein Unternehmen in einem Steuerparadies würden allerdings noch Steuern anfallen. Das lässt sich durch einen weiteren Trick vermeiden. Mit den Niederlanden hat Irland ein EU-Abkommen, das Lizenzgebühren von Steuern ausnimmt. Indem also das Geld zuerst in die Niederlande geschickt wird und nach der Rücküberweisung erst weitergeleitet wird, fallen keine Steuern an (Dutch Sandwich).[

In Irland profitieren Firmen von dem relativ niedrigen Steuersatz auf Unternehmensgewinne. Lediglich 12,5 Prozent müssen an den Fiskus abgeführt werden. Zudem sind Tochtergesellschaften nicht steuerpflichtig, wenn sie zwar auf der grünen Insel registriert sind, aber von einer ausländischen Steueroase aus gesteuert werden. Dort fallen in der Regel kaum oder gar keine Körperschaftssteuern an. Dies machen sich Konzerne beim „Double Irish“ zunutze. Sie vermeiden Steuern, indem sie zwei Tochtergesellschaften registrieren, von denen eine aus dem Ausland gelenkt wird.

Auf den Druck der EU, diesen „unfairen Steuerwettbewerb“ zu unterlassen, reagierte Irland mit einem radikalen Absenken der Steuersätze. Dieses Angebot machte die Insel in doppelter Hinsicht steuerlich attraktiv.

Irland subventioniert zudem kräftig industrielle und andere Aktivitäten. Dabei lockt nicht nur der niedriger Körperschaftssteuersatz, sondern zusätzliche Sonderabschreibungen auf Forschung und Entwicklung. Am Shannon Airport wurde eine Freihandelszone errichtet.

All dies wird von anderen Staaten im Rahmen der EU als auch durch ein Netz von Doppelbesteuerungsabkommen akzeptiert.

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